Geschichte 1988-2007

Im Jahre 2007 war es fast 20 Jahre her: Die Erste Mannschaft des TuS 31 Elleringhausen ist im Juni 1987 Vorletzter der Kreisliga B, Gruppe 1. Zur gleichen Zeit landen auch die Fußballer des TuS Germania Bruchhausen im Tabellenkeller der Kreisliga B, Gruppe 2.

Die Entscheidung ist überfällig: Die Mannschaften müssen zusammengehen, um das drohende Verschwinden beider Clubs in der Versenkung zu verhindern!

Und so läuft die Fusion an: Am 26. März 1988 findet im Franz-Stock-Haus in Elleringhausen die Gründungsversammlung des FC 88 Bruchhausen-Elleringhausen statt. Als sportliches Ziel wird vom Vorsitzenden Josef Nagel der baldige Aufstieg der Ersten in die A-Kreisliga ausgegeben und mit dem Briloner Jonny Wienand ein Trainer verpflichtet, der sich als Glücksgriff erweisen soll. Mit Fachverstand, Unvoreingenommenheit und einer angemessenen Betonung der Geselligkeit formt Jonny Wienand aus jungen talentierten Spielern und alten, nicht minder talentierten Hasen ein Team, das bereits drei Jahre später (1991) die erste Frucht ernten kann: Den Aufstieg in die A-Kreisliga! Die WP schreibt: „FC Bruchhausen-Elleringhausen ist am Ziel“. Als Garanten für den Aufstieg gelten die Abwehr um Torwart und Kapitän Gerd Hömberg, die jungen Torjäger Thomas „Theo“ Kühler und Peter „Netzer“ Neumann, die hervorragende Kameradschaft im Team sowie die vorbildliche Hilfe der Zweiten Mannschaft um ihren Betreuer Andreas Hömberg.

Wenn es am Schönsten ist, soll man gehen, und so macht Erfolgscoach Jonny Wienand Platz für eine Art Legende: Helmut Schmidt, durch bedingungslosen Einsatz und exzellenter Leistung als Spieler mitverantwortlich für den Aufstieg, wird Trainer und hilft maßgeblich dabei, den FC 88 Bruchhausen-Elleringhausenin dieser schwierigen Anfangszeit in der höheren Liga zu halten. Er ist es auch, der seinen Arbeitskollegen Günther Kreutzmann ins FC-Boot holt. Der kleine, wendige und ausgebuffte Stürmer prägt vier Jahre lang das Offensiv-Spiel der Ersten und beerbt Helmut Schmidt auch als (Spieler-)Trainer. In seine Zeit als Verantwortlicher fällt alsbald die erste Hochphase des FC 88 in der A-Liga. 1994 wird ein hervorragender 5. Platz, ein Jahr darauf der 6. Tabellenplatz erreicht. Und in der folgenden Saison dann der Sprung auf das imaginäre Podest: Der FC Bruchhausen-Elleringhausen wird mit 49 Punkten Dritter! Allerdings nicht mehr unter Trainer Kreutzmann, sondern zusammen mit dem Lippstädter Spielertrainer Luis Hellwig. Dieser lebt ausschließlich für den Fußball, bevorzugt Laufarbeit bei jedem Wetter und sorgt auch mit seinen tollen technischen Möglichkeiten hier und da für Schmunzeln und/oder Kopfschütteln. Ein weiteres Erfolgsrezept: Hellwig polt den Defensivspezialisten Meinolf Schröder zum Sturmtank um. Dieser schießt satte 20 Tore, viele davon mit präziser Brachialgewalt. Meinolf wird einer der erfolgreichsten FC-Torschützen in der A-Liga. Trotz des Erfolges muss Luis Hellwig nach der Saison gehen, im Trainer-Spieler-Verhältnis steht es nicht zum Besten…

Jetzt übernimmt der Marsberger Karl-Heinz Sauerland das Zepter. Der sympathische Sauerland kennt sich im heimischen Fußball aus und setzt auf gute Kameradschaft. Trotz einer eingespielten Mannschaft fallen unter seine Ägide jedoch die ersten beinharten Abstiegskämpfe: Auszüge aus den damaligen WP-Zeitungsberichten: „Bruchhausen-Elleringhausen braucht dringend einen Erfolg“ (September 97), „Depressive Stimmung beim FC“, „Der FC geht schweren Zeiten entgegen“ (1997) und – besonders lyrisch: „Beerdigungsstimmung unter den Steinen“ (Oktober 98, 13.Spieltag, 7 Punkte, letzter Platz). Allerdings: Die Mannschaft berappelt sich immer wieder, startet mit dem Rücken zur Wand Siegesserien und landet am Ende auf respektablen Mittelfeldplätzen der Tabelle.

Es folgen zwei kurze Trainergastspiele: Der bis heute bei allen sehr beliebte Trainer Manfred „Manni“ Figge aus Korbach bleibt aus beruflichen Gründen leider nur für eine Saison, noch kürzer schafft es nur Ferdi Steden. Der Niedersfelder kommt nie richtig unter den Steinen an, die Talfahrt der Ersten setzt sich fort, in der Winterpause zieht der Vorstand die Reißleine und kündigt den Vertrag mit Steden. Jetzt kann nur noch einer helfen, und er tut es wieder einmal bereitwillig: Helmut Schmidt kennt die Mannschaft und das Umfeld genau und rettet auf seine bewährte Art und Weise den Klassenerhalt. An seiner Seite steht der gebürtige Hesse Matthias Horn, ein „Glücksgriff“ wie die WP schreibt. Zwar gehen die Abstiegskämpfe auch in den folgenden Spielzeiten weiter, aber Horn gelingt es, durch kontinuierliche Arbeit aus dem schmalen Kader das Mögliche rauszuholen, und das reicht für die A-Liga. So komisch es klingt: Die Spieler denken heute noch gern an diese Zittersaisons mit maximal 36 erspielten Punkten zurück. Mehrmals wird das Team schon abgeschrieben, zieht sich aber immer wieder durch ihren Einsatz aus dem Sumpf. Legendär das rettende 1:0 durch Daniel Vogel am 13. Mai 2001 in Brilon. Danach geht es in der Briloner Kabine hoch her…

Nach zweieinhalb Jahren wechselt Matthias Horn dann ins Schiedsrichter-Geschäft. Ein Nachfolger ist schwer zu finden. Zufällig wird der Hesborner Hauptkommissar Günter Guntermann ins Gespräch gebracht. Die Bälle werden nach den Erfahrungen der letzten Jahre vor der Saison flach gehalten. Guntermann denkt nach einem konfusen Vorbereitungsspiel bereits: „Wo bin ich hier gelandet?“ Aber dann wird konzentriert, systematisch, aber mit Spaß gearbeitet. Und die Erste Mannschaft geht im Jahr 2003/04 durch die Decke! 23 Spiele in Folge bleibt der FC 88 Bruchhausen-Elleringhausen ungeschlagen. Sechzehn mal steht der Club an der Tabellenspitze. Im Fußballkreis ist von einer Sensation die Rede. Die WP schreibt zutreffend: „Rieseneuphorie unter den Steinen“ und letztendlich leider weniger zutreffend: „Schafft der FC den Aufstieg?“ Nein:

Am Ende steht das bisher beste Saisonergebnis des FC 88 Bruchhausen-Elleringhausen in der A-Liga zu Buche: 3. Platz mit 63 Punkten, nur zwei Pünktchen hinter dem Meister. Woher kommt der plötzliche Erfolg? Es wurde unter anderen Trainern schon härter trainiert, aber niemals so systematisch und fachlich gut wie bei Guntermann. Ältere Spieler wie Michael Vogel oder Björn Rüschenschmidt erleben bei ihm einen zweiten Frühling, junge Talente baut er gut ein, der Kader verfügt über die nötige Breite in der richtigen Mischung. Die Kameradschaft unter den ausschließlich einheimischen Jungs ist vorbildlich. Die Stimmung steigt wieder und damit auch die Zuschauerzahlen. In den letzten vier Jahren kommen durchschnittlich über 100 Zuschauer zu den Plätzen, sogar auswärts sind oft mehr FC 88-Fans zu sehen als Fans der Heimmannschaft.

Unter Coach Günter Guntermann hat sich die „Erste“ nun in den höheren Tabellenregionen der A-Liga festgesetzt. Sie gilt auch bei der Konkurrenz als eingespielte, kampfstarke und taktisch klug agierende Mannschaft, vor der man Respekt haben muss. Der Trainer geht 2007/08 bereits in sein 5. Jahr, so lange hat es noch keiner neben dem unverwüstlichen Betreuer Erwin Brandenburg an der Linie ausgehalten.

Der FC 88 Bruchhausen-Elleringhausen spielt jetzt seit 1991 in der A-Liga: Einige Spieler sind schon von Anfang an dabei und haben die Berg- und Talfahrt komplett mitgemacht. Die Erfahrung zeigt: so wird es weitergehen. Derzeit kann man sich nach oben orientieren. Hoffen wir, dass es noch lange so bleiben wird.

H.R. im April 2007 (Quellen: Westfalenpost, TuS-31 Chronik von 2006)